Warum werden bei Stromausfällen ganze Stadtteile abgeschaltet? Ein Stromausfall ist keine Laune des E-Werks. Oft ist das gezielte Abschalten ganzer Gebiete eine Schutzmaßnahme.
Unter einem Stromausfall versteht man eine unbeabsichtigte Unterbrechung der Versorgung mit elektrischer Energie. Er entsteht entweder, weil ein Stromkreis unterbrochen ist oder weil Angebot und Nachfrage im Stromnetz nicht mehr zusammenpassen.
Arten von Stromausfällen
1. Sehr kurze Ausfälle („Netzwischer“)
Diese dauern oft nur Bruchteile von Sekunden. Danach ist der Strom automatisch wieder da. Ursachen können Blitzeinschläge, kurzzeitige Erdschlüsse, Lichtbögen an Freileitungen oder kurze Schaltvorgänge in Umspannwerken sein.
Viele Geräte bemerken das kaum. Notstromanlagen sind so gebaut, dass sie auf solche kurzen Unterbrechungen reagieren können.
2. Kurzzeitige Spannungsabsenkung („Brownout“)
Hier bleibt der Strom zwar da, aber die Spannung sinkt kurzzeitig ab. Das passiert bei Überlastung, zum Beispiel wenn plötzlich sehr viel Energie gebraucht wird.
Solche Spannungsabfälle treten eher in kleinen oder schwach ausgebauten Netzen auf. Sie können ein Warnzeichen für einen größeren Ausfall sein.
3. Längerer Stromausfall („Blackout“)
Dabei fällt die Spannung für Minuten oder Stunden vollständig aus. Solche Ausfälle können durch extreme Wetterereignisse, technische Defekte oder Kettenreaktionen im Stromnetz entstehen.
Warum schaltet man ganze Gebiete ab?
Elektrische Energie wird über ein Netz aus vielen Leitungen verteilt. Fällt eine Leitung aus, müssen andere Leitungen diese zusätzliche Energie übernehmen.

Mehr Energie bedeutet mehr Stromstärke. Mehr Stromstärke bedeutet mehr Erwärmung der Leitungen.

Durch die Erwärmung dehnen sich die Leitungen aus und hängen stärker durch. Der Sicherheitsabstand zum Boden oder zu Bäumen wird kleiner.

Kommt es zu einem Kontakt, fällt auch diese Leitung aus. Nun müssen noch weniger Leitungen noch mehr Energie transportieren. Ein Dominoeffekt entsteht.
Um genau das zu verhindern, werden manchmal ganze Stadtteile gezielt abgeschaltet. So schützt man den Rest des Netzes vor einem totalen Zusammenbruch.
Warum Hochspannung hilft
Elektrische Energie muss nicht nur in der richtigen Menge, sondern auch schnell genug transportiert werden. Entscheidend ist die elektrische Leistung.
Die elektrische Leistung ergibt sich aus:
Man kann die gleiche Leistung entweder mit niedriger Spannung und hohem Strom oder mit hoher Spannung und niedrigem Strom übertragen.
Hoher Strom bedeutet jedoch: viele bewegte Ladungen, viel Reibung, viel Wärmeverlust.
Darum nutzt man beim Energietransport hohe Spannungen und möglichst kleine Stromstärken. Das ist der Grund für Hochspannungsleitungen.
Was muss man sich merken?
Großflächige Abschaltungen sind oft eine Schutzmaßnahme. Sie verhindern, dass sich Störungen im Stromnetz wie Dominosteine ausbreiten und am Ende alles zusammenbricht.
Wikipedia
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