Warum kann man durch Nebel nicht sehen?

Sonnenstrahlen im Wald

Warum kann man durch Nebel nicht sehen? Nebel besteht aus winzigen Wassertröpfchen. Aber warum „verschwindet“ darin plötzlich alles, obwohl doch Licht vorhanden ist?

Durch Nebel kann man schlecht sehen, weil die vielen kleinen Wassertröpfchen das Licht stark streuen. Das Licht kommt nicht mehr gezielt aus einer Richtung in unser Auge, sondern aus allen Richtungen gleichzeitig.

Wikipedia: Nebel | Streuung | Wolken | Mie-Streuung | Taupunkt

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Hintergrund

Nebel ist im Grunde eine Wolke am Boden. Er besteht aus sehr vielen winzigen Wassertröpfchen, die in der Luft schweben. Diese Tröpfchen sind viel größer als Luftmoleküle, aber immer noch sehr klein.

Trifft Licht auf diese Tröpfchen, wird es in viele Richtungen abgelenkt. Diese Art der Lichtumlenkung nennt man Mie-Streuung. Dabei werden alle Farben des sichtbaren Lichts ähnlich stark gestreut. Darum erscheint Nebel meist weiß oder grau.

Normalerweise sehen wir einen Gegenstand, weil Licht von ihm gezielt in unser Auge gelangt. Im Nebel passiert etwas anderes: Das Licht wird unterwegs ständig abgelenkt. Es kommt „von überall“, aber nicht mehr klar vom Gegenstand. Das Bild wird unscharf – die Sicht verschwindet.

Warum erscheint Nebel manchmal weiß, grau oder fast schwarz?

Das hängt stark davon ab, wo sich die Lichtquelle befindet.

  • Seitliche Beleuchtung: Licht wird stark gestreut. Der Nebel erscheint hell und weiß.
  • Licht von vorne (z. B. Autoscheinwerfer): Das gestreute Licht blendet stark. Man sieht fast nichts mehr.
  • Licht von hinten: Wenig Licht erreicht das Auge. Dicker Nebel kann dann grau oder fast schwarz wirken.

Deshalb ist Nebel im Straßenverkehr so gefährlich: Scheinwerfer beleuchten den Nebel selbst statt die Straße dahinter.

Wie entsteht Nebel?

Nebel entsteht, wenn feuchte Luft abkühlt. Sinkt die Temperatur unter den sogenannten Taupunkt, kann die Luft den Wasserdampf nicht mehr halten. Der Wasserdampf kondensiert zu winzigen Wassertröpfchen.

Besonders leicht entsteht Nebel, wenn kleine Schwebeteilchen in der Luft vorhanden sind, zum Beispiel Staub oder Ruß. An ihnen können sich die Wassertröpfchen bilden. In Städten kann das zu Smog führen – einer Mischung aus Nebel und Schadstoffen.

Überlegungen

  1. Warum sieht man bei Nebel helle Lampen gut, aber Straßenschilder schlecht?
  2. Warum blendet Fernlicht im Nebel stärker als Abblendlicht?
  3. Warum ist die Sicht im Nebel bei Tageslicht oft besser als in der Nacht?
  4. Warum ähnelt Nebel einer Wolke, obwohl er am Boden ist?

Einfache Experimente

Experiment 1: Nebel im Glas
Fülle ein Glas mit warmem Wasser. Halte einen kalten Teller darüber. Es bildet sich feiner Nebel. Beobachte, wie Licht von einer Taschenlampe darin sichtbar wird.

Experiment 2: Licht im Dampf
Halte eine Taschenlampe schräg durch Wasserdampf (z. B. über einem Wasserkocher). Der Lichtstrahl wird sichtbar, weil das Licht an den Tröpfchen gestreut wird.

Experiment 3: Fernlicht vs. Abblendlicht
Beobachte bei Nebel oder starkem Dunst: Warum blendet starkes Licht mehr? Überlege, wohin das Licht gestreut wird.

Immer noch interessiert?

  1. Warum sieht man Laserstrahlen besonders gut im Nebel oder Rauch?
  2. Was ist der Unterschied zwischen Nebel, Wolken und Dunst?
  3. Warum hilft gelbes Licht (Nebellicht) beim Autofahren?

Wichtige Wörter: der Nebel, das Wassertröpfchen, das Licht, die Streuung, die Mie-Streuung, die Sichtweite, der Taupunkt, die Kondensation, die Wolke, die Luftfeuchtigkeit, streuen, ablenken, sichtbar, diffus

Was muss ich mir merken?
Nebel besteht aus vielen kleinen Wassertröpfchen. Diese streuen Licht in alle Richtungen. Darum kommt kein klares Bild mehr ins Auge – die Sicht wird schlecht, obwohl Licht vorhanden ist.