Warum sind Erdbeben gefährlich?

Warum sind Erdbeben gefährlich? Gefahr droht immer dann, wenn Energie plötzlich übertragen wird: zur falschen Zeit, am falschen Ort und in zu großer Menge. Ein Erdbeben kann all das gleichzeitig.

Ein Erdbeben ist eine messbare Erschütterung der Erde. Dabei wird Energie freigesetzt, die sich in Form von Erdbebenwellen ausbreitet. Diese Wellen versetzen den Boden in Bewegung – manchmal nur ganz leicht, manchmal so stark, dass Gebäude einstürzen.

Gebrochene Straße nach Erdbeben
Erdbeben können Straßen, Häuser und Leitungen zerstören.

Erdbeben lassen sich nicht exakt vorhersagen. Die Spannungen im Erdinneren bauen sich über lange Zeit auf und entladen sich plötzlich.

Mit Messgeräten – sogenannten Seismometern – kann man Erdbeben jedoch sehr genau registrieren. Solche Messstationen stehen weltweit an Land und auch auf dem Meeresboden.

Jede Station misst, wann die Erdbebenwellen ankommen und aus welcher Richtung sie kommen. Vergleicht man viele Messungen, kann man den Ursprungsort bestimmen.

Der Punkt im Erdinneren, an dem das Beben entsteht, heißt Hypozentrum. Der Punkt direkt darüber an der Erdoberfläche heißt Epizentrum.

Woher kommen Erdbeben?

Die meisten Erdbeben entstehen durch Verschiebungen entlang von Bruchzonen in der Erdkruste. Gesteinsplatten verhaken sich, bauen Spannung auf und rutschen dann ruckartig weiter.

Weitere Ursachen können sein: Vulkanausbrüche, einstürzende Hohlräume, große Erdrutsche, Bergsprengungen oder sogar Atombombenexplosionen.

Auch am Meeresboden können Erdbeben auftreten. Solche Seebeben können große Wasserwellen auslösen – man spricht dann von Tsunamis.

Warum richten Erdbeben so große Schäden an?

Erdbeben kommen selten allein. Oft gibt es Vorbeben und viele Nachbeben. Dadurch können bereits beschädigte Gebäude weiter geschwächt werden.

Besonders gefährlich sind Erdbeben, weil der Boden seitlich schwingt. Häuser sind dafür meist nicht gebaut.

Ein Gebäude kann sein Gewicht gut nach unten ableiten. Seitliche Bewegungen – also ein Hin-und-Her – führen jedoch zu Rissen, Einstürzen und dem Versagen von Brücken.

Erdbebenwellen

Es gibt verschiedene Arten von Erdbebenwellen. Sie unterscheiden sich in Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung.

P-Wellen (Primärwellen): Sie sind die schnellsten. Der Boden schwingt dabei in Ausbreitungsrichtung – also auf und ab.

S-Wellen (Sekundärwellen): Sie sind langsamer, aber besonders zerstörerisch. Der Boden bewegt sich seitlich hin und her.

Oberflächenwellen: Sie laufen entlang der Erdoberfläche und richten oft die größten Schäden an. Dazu gehören Rayleigh-Wellen (auf und ab) und Love-Wellen (seitlich).

Ausbreitung von Erdbebenwellen
Verschiedene Erdbebenwellen im Erdinneren.

Die Ausbreitung dieser Wellen liefert wichtige Hinweise über den Aufbau der Erde im Inneren. An verschiedenen Schichten werden sie gebrochen oder reflektiert.

Was muss man sich merken?

Erdbeben sind gefährlich, weil in sehr kurzer Zeit sehr viel Energie freigesetzt wird. Besonders zerstörerisch sind seitliche Bodenbewegungen. Vorhersagen sind kaum möglich – Schutzmaßnahmen und Bauweise sind daher entscheidend.

Foto: Broken asphalt road by Chuetsu Earthquake, 2004. CC BY-SA 3.0 – Link

Wikipedia: Erdbeben