Woran hat Marietta Blau geforscht?

Spuren, die man nicht sehen kann – und doch sichtbar macht. Marietta Blau entwickelte eine Methode, mit der man einzelne Teilchen und ihre Zerfälle sichtbar machen konnte. Woran hat sie genau geforscht?

Marietta Blau forschte an der Grenze zwischen Kernphysik und Teilchenphysik. Sie entwickelte eine fotografische Methode, mit der Spuren hochenergetischer Teilchen sichtbar wurden. Besonders bekannt wurde sie durch die Entdeckung der sogenannten Zertrümmerungssterne.

Dabei handelt es sich um sternförmige Spuren, die entstehen, wenn energiereiche Teilchen Atomkerne treffen und diese zerbrechen. Diese Spuren konnte man in speziell präparierten Fotoplatten beobachten.

Wikipedia: Marietta Blau | Kernphysik | Kosmische Strahlung | Photographische Emulsion

Begriffe: Teilchen, Kernreaktion, Atomkern, kosmische Strahlung, Fotoplatte, Spur, Zerfall, Energie, Emulsion


Hintergrund

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wusste man: Aus dem Weltall trifft ständig unsichtbare Strahlung auf die Erde. Diese sogenannte kosmische Strahlung besteht aus sehr energiereichen Teilchen.

Marietta Blau wollte diese Teilchen sichtbar machen. Dazu verwendete sie fotografische Emulsionen, also besonders empfindliche Fotoplatten. Trifft ein Teilchen auf eine solche Platte, hinterlässt es eine feine Spur.

1. Die fotografische Methode
Blau verbesserte die Emulsionen so, dass auch einzelne Teilchen registriert werden konnten. Die Platten wurden danach unter dem Mikroskop ausgewertet.

2. Zertrümmerungssterne
Trifft ein energiereiches Teilchen einen Atomkern, zerbricht dieser. Dabei entstehen mehrere neue Teilchen, die sternförmig auseinanderfliegen. Diese Muster nannte man Zertrümmerungssterne.

3. Bedeutung für die Physik
Mit dieser Methode konnten erstmals viele Eigenschaften hochenergetischer Teilchen untersucht werden. Sie war ein wichtiger Schritt hin zur modernen Teilchenphysik.

Zur Person

Marietta Blau wurde 1894 in Wien geboren. Sie studierte Physik und Mathematik an der Universität Wien und arbeitete viele Jahre am Radiuminstitut.

1938 musste sie als Jüdin aus Österreich fliehen. Über Norwegen und Mexiko gelangte sie in die USA, wo sie weiter forschte – oft unter schwierigen Bedingungen.

1960 kehrte sie nach Wien zurück. Ihre wissenschaftlichen Leistungen wurden lange unterschätzt, obwohl ihre Methode weltweit genutzt wurde.

Fragen

  1. Was ist kosmische Strahlung?
  2. Warum hinterlassen Teilchen Spuren in Fotoplatten?
  3. Was zeigt ein Zertrümmerungsstern?
  4. Warum war Blaua Arbeit für die Teilchenphysik so wichtig?
  5. Warum ist wissenschaftliche Anerkennung nicht immer gerecht verteilt?

Immer noch interessiert?

  1. Wien Museum: Marietta Blau
  2. Raumzeit-Podcast: Kosmische Strahlung
  3. Suche nach Bildern von „Zertrümmerungssternen“ in fotografischen Emulsionen.

Wichtige Wörter: forschen, sichtbar machen, messen, beobachten, zerbrechen, Teilchen, Atomkern, kosmische Strahlung, Emulsion, Zertrümmerungsstern, Kernphysik, Teilchenphysik

Was muss ich mir merken? Marietta Blau entwickelte eine Methode, mit der man Spuren einzelner Teilchen sichtbar machen konnte. Zertrümmerungssterne zeigen Kernreaktionen durch hochenergetische Teilchen. Ihre Arbeit war grundlegend für die moderne Teilchenphysik.